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Sausewind Teil 1

Sausewind Teil 1 Irgendwo, in einer fernen Galaxie, trudelte der kleine Planet Porko durch Raum und Zeit, er lag im Sterben. Das gleiche sollte auch mit Petète geschehen, der kleinen Sau, welche angsterfüllt um ihr Leben rannte.

Aus vollem Lauf flog sie aus der Kurve, wirbelte mehrmals um die eigene Achse und blieb benommen am Boden liegen. Schwer atmend raffte sie sich wieder auf und blickte besorgt auf den Weg zurück, den sie gekommen war. Sie konnte aus ihrer entsetzlichen Gefangenschaft fliehen. Ihre sonst so zarten Wangen waren durch die Anstrengung der wilden Hetze stark gerötet. Sie richtete ihren rosafarbenen Bastrock und entfernte den Sand, der ihr bei dem Sturz unter ihren Hanfgürtel gerutscht war. Sie sah an ihren

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wohlproportionierten Beinen herab. Ihre Strumpfhose war hinüber und sie hatte sich bei dem Sturz ihre Schwarte etwas aufgeschürft. Sie kramte in ihrem Handtäschchen und fingerte vergeblich nach ihrem Lippenstift. Sie musste ihn wohl unterwegs verloren haben. Gleich mussten ihre Verfolger auftauchen. Sie puderte schnell noch ihr Näschen und warf mit einer geübten Bewegung ihre blonde Borstenmähne über die Schulter. Dann setzte sie sich wieder in Bewegung, denn es gab im Moment wichtigeres, als sich schön zu machen. Sie hetzte weiter, so langsam spürte sie den hässlichen Atem ihres Gegners im Nacken. Wie die Nadel einer Nähmaschine tackerten ihre Beine über den Weg, dass es nur so staubte. Ihre Lunge drohte vor Anstrengung zu bersten. Wenn kein Wunder geschah, dann würden sie sie bald wieder eingefangen haben, die schrecklichen Schergen des Herrschers von Porko. Gar nicht weit von der Stelle entfernt, auf einem Hof eines Schweinestalls, überwältigten Sausewind wieder einmal wohlige Schauer. Er lag auf dem Rücken und starrte gedankenverloren in den Himmel. So gerne würde er hinaus in die Welt ziehen und etwas gegen diese hier herrschende Ungerechtigkeit unternehmen. Der Muskelverschluss seines doch so sensiblen Darms zuckte nervös und abgehende Methangase seines gasförmigen Stoffwechsels zerplatzten blubbernd an der Oberfläche der matschigen Suhle. Immer wenn er daran dachte, die Welt zu verändern, blies sein nervöser Darm zum Angriff. Die Welt hier, in der er lebte, hatte sich sehr verändert. Die Sonne brannte unbarmherzig auf Porko nieder, dass man sich innerhalb kürzester Zeit einen Sonnenbrand holte. Dann aber, von einem Moment auf den anderen zerbiss einem der Frost die Schwarte. Deswegen beugte er vor und bevor er sich seine Haut verbrannte, nahm er jeden Tag ein Bad in der Schweinesuhle. Total sauig und voller Schlamm stieg er aus dem Matschloch, zog sich seine Lederhose über, richtete sein Ringelschwänzchen und ging hinüber zum Schweinestall um sich dort von seiner Mama zu verabschieden. Er hatte endlich eine Entscheidung getroffen. Er wollte einfach nicht mehr still dasitzen und die Ungerechtigkeiten des Herrschers über sich ergehen lassen. Baba, die Drecksau und Machthaber von Porko, erzwang weiterhin Steuern von den armen Schweinen, obwohl der Planet im Sterben lag und sie selber nicht mehr viel zu Essen hatten. Obwohl die Welt der Schweine sehr klein war, verschwanden die Bewohner seltsamerweise spurlos von der Bildfläche. Baba, die Drecksau, war der ungekrönte König von Porko. Er riss vor einiger Zeit die Herrschaft an sich. Niemand wusste, woher er kam und keiner konnte seiner unbarmherzigen Macht entgegentreten. Er machte sich einiger williger Helfer gefügig und begann mit seinen gewissenlosen Raubzügen. Aber, es wuchs kein Korn mehr auf den Feldern heran. Die Temperaturen schwankten derart, dass sich häufig Wirbelstürme aus dem Nichts heraus bildeten und alles vernichtete, was in ihrer Nähe war. Sie hatten zwar nur den Durchmesser eines durchschnittlich großen Schweins, aber nichtsdestotrotz legten sie unheimliche Energien frei. Jedes mal, wenn die rücksichtslose Rotte der Steuereintreiber zu ihnen auf das Gehöft kamen, versteckte Sausewind sich in einem Behälter, den er auf dem Grund seiner Suhle verankert hatte, denn alle jungen Schweine wurden mittlerweile gejagt, um für Baba Sklavenarbeiten zu verrichten. Der Herrscher baute sich einen Bunker und niemand wusste, wozu dieser später einmal dienen sollte. Sausewind seufzte. Die Hosenbeine der Lederhose flatterten, als ein lieblicher Wind, gepaart mit einer Staubfahne daraus hervor kräuselte, sein nervöser Darm machte sich anscheinend wieder bemerkbar. Er hatte sich endgültig dazu entschlossen, er konnte nicht anders, er musste es tun. Selbstbewusst ging er in den Schweinestall, um sich von seiner Mutter zu verabschieden. „Mama, ich kann es nicht mehr mit ansehen, wie diese gewissenlose Rotte der Steuereintreiber uns alle Nahrung stiehlt. Ich muss etwas unternehmen gegen diesen Verbrecher. Er wird unsere Welt vernichten. Es wird vielleicht schon zu spät sein, um sich gegen ihn aufzulehnen, aber ich kann nicht mehr tatenlos herumsitzen und darauf warten, wie er uns aufs Schafott führt. Es geht Unheimliches hier vor sich und es sind bereits so viele Schweine spurlos verschwunden. Ich muss dringend etwas unternehmen. Kein Schwein unternimmt etwas gegen diese Drecksau.“ Sausewind hatte sich in Rage geredet, sodass ihm wieder ein ordentlicher Wind abging. Seine Mutter kannte das duftige Knattern an ihm bereits, denn ihr kleines Ferkel hatte dieses üble Makel bereits seit seiner Geburt. „Kind, du bist mittlerweile alt genug um zu wissen, was du zu tun hast. Aber, bevor du gehst, habe ich dir noch etwas wichtiges mitzuteilen. Gehe zum Grottenwald, dort wirst du eine Höhle vorfinden. Gehe in sie hinein und verbringe eine Nacht in ihr. Wenn du dann wieder hinausgehst, wirst du eine Veränderung in dir verspüren. Etwas wird dir dann sagen, was du zu tun hast.“ Sie nahm ihren Sohn noch einmal in die Arme und drückte ihn so fest an sich, dass es aus seiner Lederhose nur so dröhnte. „Passe gut auf dich auf. Ich wusste, dass dieser Augenblick einmal kommen wird. Dein Schicksal ist dir vorgegeben. Schon vor deiner Geburt stand fest, dass du ein außerordentliches Ferkel werden wirst. Ich wünsche dir viel Schwein bei deinem Kampf gegen das Unrecht. Vielleicht kannst du ja unseren schönen Schweineplaneten retten.“ Einige ihrer Tränen tropften zu Boden. Auch Sausewind schluchzte herzzerreißend, als seine Mutter ihn noch einmal herzte. Er schulterte seinen Rucksack und machte sich auf den Weg zum Grottenwald. Es dauerte einige Zeit bis er dort war und den Zugang zur Grotte endlich gefunden hatte. Er fand ihn nur durch einen dummen Zufall. Eine Rotte der Steuereintreiber zog durch den Wald und wie er sie bemerkte, war es fast schon zu spät für ihn. Er ließ sich dort zu Boden gleiten, wo er sich gerade befand. Dabei bemerkte er in seiner Nähe eine kleine Höhle. Gott sei Dank wurde er nicht von der Rotte bemerkt. Schwein muss man haben, dachte Sausewind, nachdem er sich noch einmal davon überzeugte, dass die Rotte auch wirklich nicht mehr in der Nähe war. Er krabbelte hinüber zu der kleinen Höhle und stieg hinein. Ob er hier wohl richtig war, fragte er sich und schlüpfte immer tiefer hinein. Der Gang wurde breiter, bis dass er sich in einer großen Höhle wieder fand. War das die Grotte, von der seine Mutter ihm erzählt hatte? Ängstlich blickte er sich um. Hinter einem Felsvorsprung flackerte eine Fackel und spendete nur spärliches Licht. „Hey, du Schwein, was machst du in meiner Höhle?“ Eine Gestalt stand unvermittelt neben ihm, sie schien der Wand entstiegen zu sein und sprach zu ihm. Sausewinds Magen blubberte vor Aufregung und brachte seinen Darm in Wallung, bis er endlich voller Angst quiekte: Der nächste Teil folgt in Kürze.

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