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Der Schatten

Der Schatten

Nach langer Zeit, die Pfunde gingen einfach nicht runter und meine Frau kochte zu gut, machte ich mich auf ,mal wieder, einen Waldlauf zu machen. Also nach langer Zeit, dementsprechend wird der Lauf auch langsam über die Bühne gehen So bummelte ich also durch den Wald, traf hier und da Spaziergänger, die ich wie durch ein Wunder, sogar überholen konnte.Mein lieber Mann,bin ich schnell und das ohne zu keuchen. Also, wenn ich ehrlich bin, etwas schneller atme ich schon. Nun verließ ich den Wald und es ging in die Sonne. Hier war es wärmer und das beflügelte meinen Lauf.. Angespornt durch den Erfolg murmelte ich "na also, geht doch".

" Ich bin aber schneller" ertönte da eine Stimme. Ich blieb stehen und schaute mich um."Wo bist du?"

" Hier,direkt neben dir, ich bin dein Schatten und ich kann schneller laufen als du.Aller dings kann ich mich nur für sehr kurze Zeit von dir lösen."

Ich fragte mich nun,wann ich zuletzt Alkohol getrunken hatte und ging zurück in den Wald. Aber die Stimme habe ich ja real gehört.

" Das ist gemein und du bist feige, im Wald herrscht Schatten,da kann ich nicht sein. Du hast nur Angst das ich schneller bin. Ich bin mal lang und mal kurz,wenn die Sonne höher steht. Aber ich bin immer schneller".

" Was soll das eigentlich mit dem immer schneller sein" fragte ich jetzt.

" Ich will dich nur ein wenig ärgern, aber es kann ja sein das du gegen mich läufst. Auch wenn du verlierst, wollen wir wetten?"

" Was soll das mit dem Wetten, was bietest du den an ,wenn du verlierst?" Ich dachte jetzt habe ich ihn und er kann nichts anbieten.

" Ok, wenn ich verliere erscheine ich beim nächsten Mal als farbiger Schatten. Das geht aber nur wenn die Sonne hoch steht und keine Wolken da sind, in Farbe brauche ich viel Energie. Wenn du nun endlich soweit bist und dich aufraffen kannst, könnten wir ja laufen. Gleich geht die Sonne unter und dann bin ich weg. Auch bei dir zu Hause kann ich nicht sein, einfach zu wenig Energie."

Nun schlenderte ich wieder in die Sonne und mein Schatten zeigte mir einen erhobenen Daumen. " Ist schon gut,wir laufen gleich. Soll ich hier einen Strich machen und wir laufen 100 Meter."

" Ich siege auch bei 200 Meter"

Der Kerl nervt. Ich zog einen Strich und schritt 200 Meter ab und machte wieder einen Strich. " Zufrieden?"

"Ist in Ordnung, aber du hast sehr kleine Schritte gemacht, das sind etwa 180 Meter, ist ja nicht schlimm, ich bin halt immer schneller."

Also hin zum Strich, ab drei rückwärts gezählt und gelaufen. Ich bin gerannt als wenn es um mein Leben geht. Er war schneller, kurz vor dem Ziel löste er sich und sprang federleicht über die Ziellinie.

" Ha, das machen wir Morgen wieder", frohlockte mein Quälgeist.

Ich war nicht in der Lage zu antworten, mir fehlte die Luft. Ich schritt leicht zerknirscht wieder in den Wald, hier war er ja weg.

" Spielverderber, schimpfte er nun vor sich hin, aber bitte ,machen wir das morgen wieder?"

Also im Grunde fand ich es ja toll gegen den eigenen Schatten zu laufen und dann auch noch mit ihm reden zu können. Aber muß er schneller sein? Eine Ausrede muß her oder Wolken und Regen müssen mir helfen. Ohne Sonne kein Schatten und kein Wettlauf,ich kann schlecht verlieren. Aber dann kam mein Gewissen. " Ist ja gut, wenn die Sonne scheint laufen wir wieder. Aber im Grunde genommen will ich doch nur laufen um eineige Pfunde los zu werden."

" Das weiß ich doch, deshalb habe ich dich ja aufgefordert gegen mich zu laufen. Im Wettkampf brauchst du mehr Kraft und nimmst schneller ab. Du solltest es aber regelmäßig machen,dann bekommst du auch einen schlanken gut gelaunten Schatten"

Soll ich das machen? Brauche ich einen schlanken Schatten? Ich schmunzelte und bummelte nach Hause, langsamer als die anderen Fußgänger.

Kettberti

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