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14. Braunis Gute Nacht Geschichten | Brauni und das Stinktier

„ Ach,“ sagt Mamabär. „ Das ist ja nun blöd.“

„ Was ist blöd?“ wollte Brauni wissen.

Mamabär hatte gar nicht mitbekommen, das Brauni in die Küche gekommen war.

„ Na, wir bekommen heute am Nachmittag Besuch und ich habe keine Zeit, Beeren aus dem Wald zu holen, damit ich einen Kuchen backen kann.“

„ Hör mal Mama. Ich bin doch kein Baby mehr. Ich hole dir die Beeren aus dem Wald. Das kann ich schon ganz allein.“

„ Ja mein Kleiner du bist schon groß. Pass auf, du darfst gehen aber du musst mir versprechen, das du nicht zu weit in den Wald gehst.“

„ Alles klar,“ sagte Brauni wie ein großer. „ Mach dir keine Sorgen. Ich hole mir jetzt einen Korb und dann gehe ich los.“

„Brauni,“ rief seine Mutter ihm nach: „denke daran! Die Beeren in den Korb und nicht ins Maul. Wenn du zu viele nascht bekommen wir nachher keinen Kuchen.“

Brauni versprach, nicht so viel zu naschen. Obwohl es ganz schön schwer war den leckeren Beeren zu wiederstehen.

Er fand auch schnell ein paar Waldbeerenbüsche. Er pflückte die Beeren ab. Aber für einen Kuchen reichte es noch nicht. Leider konnte er dem Naschen nicht so ganz wiederstehen und nun musste er eben noch weiter suchen.

Nach ein paar Schritten, entdeckte er einen kleinen Busch. Es hingen viele schwarze Beeren daran. Durch das Sonnenlicht glänzten die Früchte so richtig verführerisch. Da muss ich hin, dachte Brauni.

Er fing an zu pflücken. Eine Beere in den Korb und eine Beere ins Maul.

„ Willst du das mal lassen,“ schrie eine Stimme hinter ihm.

„ Das ist mein Busch und das sind meine Beeren. Hast du mich verstanden. Hau ab und suche dir einen anderen Busch.“

Brauni drehte sich um und erkannte ein Tier, was er hier noch nie gesehen hatte.

„ Was willst du denn Kleiner? Ich war zuerst hier. Also ist es mein Busch.“

Der Kleine sprang nervös hin und her.

„ Ich war zu erst da. Ich hatte mich bloß versteckt weil ich nicht wusste wer da kommt. Ich dachte es wäre ein Mensch.“

„ So,“ sagte Brauni entschlossen. „ Und jetzt bin ich hier und du wirst mich nicht davon abhalten können die Beeren hier zu pflücken. Außerdem, wer bist du eigentlich?“

„ Ich gehöre zur Familie der Marder und ich habe eine Waffe!“ schrie der Kleine.

Brauni lachte laut los. Er konnte sich gar nicht mehr aufs Pflücken konzentrieren. Er lachte so laut, das andere Tiere, die in der Nähe waren kamen um dem Streit zwischen den Beiden zuzuschauen.

„ Du kleiner Hosenmatz. Wo willst du denn eine Waffe haben?“ fragte Brauni und hielt sich vor lachen den Bauch.

„ So,“ schrie der Kleine wütend. „ Jetzt werde ich es dir zeigen. Auch wenn ich nicht so groß bin wie du kann ich mich trotzdem wehren.“

Entschlossen drehte er sich um, hob seinen buschigen Schwanz und besprühte Brauni mit Wasser.

Brauni war fassungslos. Der hat ja einen Wassersprüher unter seinem Schwanz. Im gleichen Augenblick, stellte Brauni fest, das dass Wasser aber fürchterlich stank. Sein ganzes Fell stank so bestialisch das alle Tiere davon liefen.

„ Das hast du jetzt davon. Du wolltest ja nicht hören als ich dich gewarnt habe. Du hast mich ausgelacht. Und jetzt lache ich. Falls du es noch nicht wusstest, man nennt uns auch Stinktiere. Und wir haben eine Stinkbombenwaffe.“

Brauni wusste nicht mehr was er sagen sollte. Der Gestank war nicht zu ertragen. Er lief so schnell er konnte nach hause. Obwohl er ganz schnell lief konnte er den Gestank, nicht hinter sich lassen.

In der Küche bei seiner Mama konnte er ihr seine Begegnung mit dem Stinktier nicht gleich erzählen. Er war noch so aus der Puste.

„ Oh, oh, „ sagte seine Mama.. „Du brauchst mir gar nichts zu erzählen. Ich weiß was dir passiert ist. Man riecht es.“ Braunis Mama lachte.

„ Lach doch nicht,“ sagte Brauni und hatte vor Wut schon Tränen in den Augen.

„ Hast du denn das Stinktier geärgert?“ wollte seine Mutter dann wissen.

„ Er mich auch. Wir haben uns gegenseitig geärgert und als er dann noch sagte, das er eine Waffe hat, habe ich ihn ausgelacht. Ich wusste doch nicht, das er die Wahrheit sagt.“

„ Na ja. Jetzt hast du wieder etwas dazu gelernt. Ich lasse jetzt schnell das Badewasser mit viel Seife einlaufen. Sonst verschwindet unser Besuch nachher gleich wieder. So ein Gestank.“ Mamabär grinste immer noch.

Brauni nahm immer wieder das Stück Seife und wusch sich das Fell.

Anschließend stellte er sich in den Garten und seine Mutter sprühte ihn noch einmal mit dem Gartenschlauch ab.

Brauni konnte sich einfach nicht beruhigen. Es ärgerte ihn so sehr.

Warum musste gerade ihm so etwas passieren. Bei Henry dem Großmaul hätte er es ja noch verstehen können.

Brauni hatte so schlechte Laune, das er wollte das Henry den Iltis auch kennen lernen sollte. Der kann ja sowieso nicht den Schnabel halten und bekommt dann bestimmt auch Ärger mit dem Stinktier. Dann kriegt er bestimmt auch die Waffe zu spüren.

Er suchte im Wald nach Henry. Als er ihn fand, sagte er freundlich zu ihm: „ hallo Henry. Stell dir vor. Ich habe heute einen Freund im Wald kennen gelernt. Der ist ganz freundlich. Willst du ihn auch kennen lernen?“

„ Warum nicht,“ sagte Henry gelangweilt. „ Was ist das denn für ein Typ? Sag mal Brauni, was müffelst du heute so komisch?“

„Keine Ahnung was das ist. Vielleicht hat meine Mama eine neue Seife. Ich habe vergessen wie der Neue heißt. Komm, ich zeige ihn dir.“ Brauni hatte gar nicht gemerkt, das er immer noch nach dem Iltis roch.

Auf dem Weg dorthin, schwärmte Brauni Henry vor, wie schön dieser neue Freund sei. Das er einen schönen buschigen Schwanz hat und sein Rücken einen weißen Streifen hat. Das ärgerte Henry denn schließlich sollte jeder wissen, das er und kein anderer hier der Schöne ist.

Als sie den Iltis entdeckten, sagte Brauni zu Henry:“ geh du schon mal vor. Ich kenne ihn ja schon und schließlich soll dich dieses Edeltier ja auch kennen lernen.

Henry ging auch tatsächlich vor und unterhielt sich mit dem Stinktier. Leider hatte Brauni noch eine zu große Entfernung von den Beiden, das er sie nicht hören konnte. Dann muss ich wohl doch näher heran gehen. Schließlich will ich hören worüber sie streiten.

Als er hinter Henry ankam, schrie das Stinktier gerade: „ ich werde jetzt mit meiner Waffe schießen.“

„ Mach doch, mach doch, mach doch,“ lachte Henry das Stinktier aus.

Der drehte sich blitzschnell um, hob den Schwanz und versprühte wieder diese stinkende Flüssigkeit. Henry war schon längst in die Luft geflogen und Brauni bekam die ganze Ladung ab.

„ Für wie doof hältst du mich eigentlich Brauni?“ wollte Henry lachend wissen.

„ Ich kenne diese Stinktiere und weiß was sie machen wenn sie böse werden.“

Brauni war deprimiert und ganz kleinlaut. Sein ganzes Fell stank nun wieder. Alle Tiere gingen ihm aus dem Weg. Dieses Mal, rannte er nicht schnell nach hause. Er trottete langsam und verärgert Richtung Heimat. Wie konnte das bloß passieren?

Er hatte noch gar nicht die Küche, in der seine Mutter saß, erreicht als er schon ihre empörte Stimme hörte: „oh nein. Nicht schon wieder Brauni. Was hast du nun wieder angestellt.“

Verlegen erzählte Brauni seiner Mama, das er eigentlich Henry reinlegen wollte und das dass schiefgelaufen war.

„ Selber Schuld,“ sagte Mamabär. „ Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Jetzt geh in die Wanne und wasche dich, bis du nicht mehr stinkst. Danach gehst du auf dein Zimmer und denkst darüber nach, ob es richtig war, was du dem armen Henry antun wolltest.“

Brauni war ganz lieb und tat, was seine Mama ihm sagte.

Nachdem er eine Weile in seinem Zimmer war, kam er heraus und bat seine Mutter wieder nach draußen gehen zu dürfen. Bevor sie es verneinen konnte sagte er schnell, das er sich bei Henry entschuldigen

wolle. Das machte Mamabär wieder sehr stolz auf ihren Sohn. Er ist eben doch ein guter Junge, dachte sie.

Er traf Henry und die anderen Freunde auf der Fußballwiese. Als sie Brauni entdeckten mussten sie alle lachen. Es hatte sich natürlich herumgesprochen.

Kleinlaut entschuldigte sich Brauni, bei Henry. Dieser fand die ganze Geschichte ganz lustig. Schließlich war er ja mit heiler Haut davon gekommen.

Brauni war nicht wohl in seiner Haut. Alle hielten sie Abstand von ihm weil er, wie Henry es nannte, müffelte.

Carlos rettete Brauni aus dieser unangenehmen Situation und rief:

„ ich spiele heute links außen und du Brauni kannst ja ins Tor gehen. Bevor der Ball in dein Tor fällt, flüchtet er sowieso vor dir!“

Alle Freunde lachten noch einmal herzlich, spielten Fußball und die Sache mit Brauni war schnell vergessen.

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