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13. Braunis Gute Nacht Geschichten | Die Streithähne

Henry und die anderen Tiere schliefen noch sehr fest als sie von einem lauten „ kikiriki“ auf geweckt wurden.

Verschlafen schaute Henry, der seid geraumer Zeit im Baumhaus von Brauni schlief aus der Tür.

Er entdeckte unten auf dem Weg einen Hahn. Der tänzelte vor etwas, hin und her. Henry konnte aber nicht erkennen, was es war.

Das muss ich mir anschauen.

Er flog herunter und betrachtete sich dieses aufgeplusterte Wesen. Es war ein Hahn, der hier alle geweckt hatte. Jetzt erkannte Henry auch was dieser Gockel immer anstarrte. Es war eine kleine Scherbe von einem Spiegel.

Auf einmal tanzte der Hahn los und schrie dabei: „ Spieglein, Spieglein du am Baum, sag mir bitte, ist das was ich sehe eine Schönheit oder nur ein Traum.“ Dann antwortete sich der Hahn selber: „ nein mein Lieber du guckst ganz richtig, das bist du und du bist der chickste.“

„ So ein Spinner. Der hat mich noch nicht gesehen.“ Henry war jetzt hell wach.

Er war so wütend auf den Hahn, das seine grünen Federn sich rot verfärbten. Er wäre am liebsten in die Luft gegangen. Aber dann entschloss er sich anders. Er putzte sich so lange bis seine Federn glänzten. Dann flog er erhobenen Hauptes zu diesem Hahn hinunter. Er stellte sich neben ihn und begrüße ihn ganz herzlich mit einem „ Guten Morgen“.

„ Was erschrecken sie mich so, sie Papagei. Es ist nicht gut, mich zu erschrecken. Darunter leidet mein Federkleid. Es wird nachher stumpf und glänzt nicht mehr so. Wer sind sie eigentlich, das sie mich hier bei meinem morgendlichen Tanz stören.“

„ Ich bin Henry,“ sagte Henry ein bisschen kleinlaut. Er fand den Gockel irgendwie komisch. So arrogant.

„ Ja was Henry? Henry der erste, oder Henry der zweite oder Henry der dritte?“ wollte der aufgeplusterte Gockel wissen.

„ Henry. Einfach nur Henry. Hast du was dagegen?“ jetzt wurde Henry wieder wütend.

„ Ach herrje, so ein einfacher. Kein Adel wie ich. Ich weiß wirklich nicht ob wir uns beide weiter unterhalten können. Leute ihres Ranges arbeiten bei uns im Stall und misten den aus.“

„ Den Stall ausmisten? Bist du verrückt. Ich Henry und einen Stall ausmisten?“ Henry war so empört, das sich seine Worte fast überschlugen.

„ Nun regen sie sich doch nicht auf. Ich bin übrigens Hecktor von Grafenstein der Dritte. Ich wohne im hinteren Bereich vom Schloss Grafenstein. Ich stamme aus der Zucht vom Grafen. Sei froh, das ich mich überhaupt mit dir unterhalte. Es ist eine Ehre für dich.“

Das reichte Henry jetzt. „ Du bist ein großer Spinner. Willst du nicht wieder auf dein blödes Schloss gehen? Damit du es weiß. Hier bin ich immer der Schönste gewesen und das wird auch so bleiben.“

Eines musste er dem vornehmen Gockel ja lassen. Er sah ja wirklich sehr schön aus. Aber lieber hätte Henry sich die Zunge abgebissen als so etwas laut auszusprechen.

Irgendwie musste er es schaffen, das dieser Hecktor wieder in sein Schloss zurück gehen würde.

Ganz ruhig sagte er zum Hahn: „ du bist aber sehr mutig, das du hier in unseren Wald kommst.“

Neugierig fragte Hecktor, was so mutig daran wäre.

Dann erzählte Henry ihm eine Schauergeschichte.

„ Jeden Morgen um diese Zeit, fliegt ein Schwarm Tauben hier durch den Wald. Während sie fliegen, verlieren sie immer etwas.“

Nun stieg beim Hahn die Spannung. „ Nun sag schon! Was verlieren denn die Viecher.“

„ Unrat mein Lieber. Ganz viel Unrat. Was meinst du wohl warum ich dort im Baumhaus wohne.“

„Iiiiiiiiiii, das ist ja schrecklich. I nein so etwas scheußliches gibt es tatsächlich?“

„ Darauf kannst du dich verlassen. Du kannst mir wirklich glauben. Oh, nein. Da kommen sie ja schon,“ schrie Henry.

„ Mein Federkleid, mein Federkleid wird ruiniert.“ Der Hahn lief so schnell er konnte und Henry war erleichtert diesen von und zu endlich loszusein. Der würde hier nicht wieder in sein Revier eindringen. Henry nahm sich vor, den anderen nichts davon zu erzählen. Nachher wollten sie diesen Schönling noch kennen lernen und dann hätte er einen schweren Stand hier.

Es war im Wald noch sehr ruhig und Henry fühlte sich unbeobachtet. Hecktor hatte in seiner Eile die Spiegelscherbe vergessen und das erfreute Henrys Herz sehr. Mit stolzen Schritten ging er auf den Spiegel zu und schaute hinein. Dann sagte er: „ Spieglein, Spieglein hier am Baum, sag mir bitte ist das, was ich hier sehe eine Schönheit oder nur ein Traum.“ Dann gab Henry sich die Antwort: „ nein mein lieber Henry du guckst ganz richtig, das bist du und du bist der chicste.“

Er wiederholte diesen Spruch immer und immer wieder.

Als Brauni aus der Haustür kam, um in die Schule zu gehen, hörte er Henry seinen Spruch quatschen.

Brauni rannte los zur Schule und schrie im laufen : „ oh nein, der spinnt ja schon am frühen Morgen. Das kann ja ein nerviger Tag werden.“

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