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12. Braunis Gute Nacht Geschichten | Brauni träumt von einem Baumzelt

Als Brauni am dritten Ferientag wach wurde, erinnerte er sich sofort wieder an seinen wunderbaren Traum. Er hatte davon geträumt ein Baumzelt zu haben. Ein Baumzelt mit einer langen Leiter dran. Alle seine Freunde haben in besucht und mit Carlos hat er sogar darin geschlafen. Ach, dachte er. Das war ein schöner Traum. Papabär sagt immer:“ Träume werden manchmal wahr.“

Ja natürlich, dachte Brauni. Das ist die Lösung. Ich werde mir mein Baumzelt selber machen. Dazu brauchte er sich nur das Zelt von Papabär holen und es irgendwie im Baum befestigen. Eine Leiter stand auch hinter dem Haus. Und schwups, würde das Baumzelt fertig sein. Das ist ja ganz einfach, dachte sich Brauni.

Nur so allein würde er es nicht schaffen das Zelt in den Baum zu bekommen. Wer könnte ihm dabei am besten helfen.

Henry würde bloß wieder dazwischen quatschen und alles besser wissen. Mit Willi bräuchten wir zu lange. Manolo hatte mehr Ahnung ein Haus unter der Erde zu bauen.

Da blieb Carlos, der zwar nicht gerne arbeitete und Fredi und Ferdinand. Zu viert müssen wir es eigentlich hinbekommen, dachte Brauni.

Er lief zu seinen Freunden und erzählte ihnen von seinem Plan.

„ Oh ja,“ sagte Carlos gleich begeistert. „Dann nehmen wir den großen Baum vor eurem Haus, Brauni. Die Küche von deiner Mama wäre dann auch nicht weit und sie kann uns immer was zu Essen und Trinken bringen.“

Dann gingen sie an die Arbeit. Brauni holte das Zelt aus dem Schuppen. Fredi und Ferdinand holten gemeinsam die Leiter und schleppten sie an den Baum.

Sie falteten das Zelt auseinander und überlegten, wie sie es jetzt am besten auf den Baum bekommen würden.

„ Brauni,“ sagte Carlos. “ Du bist der Stärkste von uns allen. Du musst die Spitze vom Dach nehmen, die Leiter hochgehen und das Zelt hinter dir her ziehen.“

Brauni fand es eine gute Idee und versuchte es gleich.

Die halbe Leiter schaffte er dann auch. Bloß dann, verließen ihn die Kräfte und er ließ das Zelt herunter fallen. Während sie überlegten, wie es sonst noch gehen könnte, kam Henry vorbei. Oh nein, dachten alle. Jetzt quatscht er gleich wieder dazwischen.

„ Schwer waaaaa!“ plapperte er.

Alle guckten ihn böse an.

„ Quatsch nicht so dumm daher, „ sagte Brauni. „ Mache lieber einen Vorschlag.“

„ Jungs, das ist doch ganz einfach. Brauni, du hast doch noch das Tau, was ihr mir letztens um den Hals binden wolltet. Hole es mal her. Dann befestigt ihr das am Zeltdach. Einer geht mit dem Tau hoch und wirft es über den Ast. Dann zieht ihr auf der anderen Seite vom Baum am Seil und so bekommt ihr das Zelt nach oben. Ich verstehe nicht, das ihr nicht selber darauf gekommen seid.“

Sooooo ein Angeber dachten die anderen. Endlich hatten sie das Zelt oben.

„ Klasse“, sagte Brauni. „ das haben wir geschafft.“

Sie ließen das Seil wieder los und schwups fiel das Zelt wieder herunter.

„ Ich weiß nicht Brauni,“ sagte Carlos. „ Meinst du wirklich, das es so eine gute Idee ist, mit dem Baumzelt? Ich schlage vor, wir gehen erst einmal zu deiner Mama und stärken uns ein bisschen mit Kuchen.“

Das taten sie dann auch. Alle saßen sie am Küchentisch und Henry, nahm auf Braunis Stuhllehne platz. „Mamabär,“ sagte Henry: „die Jung´s haben keine Ahnung wie man ein Baumzelt baut.“

Mamabär lächelt Henry an und sagt: „ kleiner Henry, du hast auch keine Ahnung. Wenn du Ahnung hättest, wüstest du, das es gar keine Baumzelte gibt. Es gibt Baumhäuser. Das ist ein Haus aus Holz. Das könnt ihr aber noch nicht alleine bauen.

Vielleicht kann Papabär euch ja dabei helfen.“

Keine Ahnung. Ich soll keine Ahnung haben? Ha, ich habe mehr Ideen wie die Jungs, dachte Henry trotzig.

Als Papabär dann nach hause kam waren sie vom Kuchen gestärkt und wieder voller Tatendrang.

„Nun ja,“ sagte Papabär. „ Ich werde euch ein Baumhaus bauen. Material habe ich dafür im Schuppen.“

„ Wir wollen aber mitbauen,“ sagte Brauni schon ein bisschen enttäuscht.

„Na gut“, versprach Papabär. „ Zuerst müssen wir uns eine Zeichnung machen, wie das Haus aussehen soll.“

Jeder hatte seine eigenen Vorstellungen und so malten sie jeder für sich ein Baumhaus.

Sie einigten sich am Ende auf Henrys Baumhaus. Es war kunterbunt und sah richtig fröhlich aus. Er hatte die Fenster rund gemalt und nicht eckig, wie die anderen. Am Haus war eine Stange befestigt und alle fragten, was die Stange denn solle.

„ Ganz einfach,“ sagte Henry. „ Die ist für mich. Da kann ich dann immer sitzen und sehen, wer im Haus ist. Ich habe dann immer alles unter Kontrolle.“

Oh nein, dachten die anderen. Auch das noch. Sie vergaßen es aber gleich wieder und gingen mit Papabär an die Arbeit.

Während Papabär eine große Platte im Baum fest nagelte, malten die Freunde die Bretter an, aus denen die Wände gemacht werden sollten. Der eine malte sein Brett rot an, der andere grün und so weiter. Jeder hatte eine andere Farbe. Es sollte ja schön bunt werden. Dann konnten die Jungen nicht mehr viel helfen. Sie reichten Papabär die Bretter und Nägel zu. Carlos machte zwischendurch eine Pause und ging seiner Lieblingsbeschäftigung nach. Er holte Kuchen!

Als er mit dem leckeren Kuchen aus dem Haus kam, sagte er zu den Jungs: „ au Backe. Guckt mal, wer da kommt.“

„ Oh nein Sopha“, schrie Henry gleich hysterisch. „ Hoffentlich will sie mich nicht wieder in ihren Puppenwagen packen.“

Sophia war mit ihrem Vater gekommen. Sie wollten die Familie für eine Stunde besuchen. Braunis Onkel packte gleich mit zu. Er half Papabär das Baumhaus fertig zu bauen.

Und da war es. Ein wunderschönes buntes Baumhaus. Papabär nahm die Leiter weg und befestigte noch eine Strickleiter.

„ So,“ sagte er. „ Das Haus ist ferig.“

„ Quatsch, „ sagte Sophia. „ Da fehlen noch die Gardinen und Blumen an den Fenstern.“

„ Typisch Mädchen,“ protestierten die Jungs. „ Das ist ein Männerbaumhaus und da kommen keine Gardinen ran.

„ Nein, bloß nicht,“ schrie Henry. „ Dann kann ich von meiner Stange aus, nicht mehr ins Fenster gucken. Das wäre ja schrecklich für mich. Ich muss doch sehen, was da drinnen los ist. Nein, nein, nein. Bloß keine Gardinen.“

Die anderen Freunde sahen Henry nachdenklich an und dachten, warum eigentlich nicht. Gardinen wären gar nicht so schlecht.

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