Wenn man schon seit langer Zeit allein war, vergisst man dann was es heißt nicht allein zu sein? Lässt man dann noch zu, dass jemand in die egene welt eindringen kann? Egal wie oft ich mir diese Fragen stellte, die Antwort wollte ich nicht wahrhaben. Ich wollte jemanden, der mich wollte und verstand. Aber gleichzeitig verachtete ich alle die mir zu nahe kamen. Sanft bließ mir der Wind ins Gesicht und zerzauste meine Haare.
Leise klopfte es an meiner Tür. >Herrin, wenn ihr weiter das Fenster so weit offen lasst, werdet ihr euch erkälten. <
Vorsichtig steckte eines der Dienstmädchen den Kopf in mein Zimmer und verschwand gleich darauf wieder. So war das die meiste Zeit. Man rief mich regelmäßig zu den Mahlzeiten oder überprüfte mal schnell was ich gerade tat. Keiner kümmerte sich um mich. Selbst Mutter und Vater entfernten sich in letzter Zeit immer weiter von mir weg.
Es war so, als ob etwas an mir alle abschrecken würde. Aber, ich hatte mich daran gewöhnt. Man ließ mich auch nicht nach draußen. Selten durfte ich außer bei den Mahlzeiten mein Zimmer verlassen.
Und so tat ich das einzige was mir niemand nehmen konnte. Tag für Tag.
Ich sah aus dem Fenster und träumte. Es war schwer sich eine Welt außerhalb dieses anwesens vorzustellen. Wie oft hatte ich mir gewünscht einfach eines Tages durch die Eingangshalle hinausspazieren zu können?
Kalt strich der Wind nun an meiner Wange vorbei und lies mich erschaudern. Es war schon Abend und die sonne verschwand golden hinter den Bäumen. Das war mit das schönste was ich im Leben je gesehen hatte.
Das ich das so bald nicht mehr wiedersehen würde war mir nie auch nur eingefallen, dass ich so ein Leben auch nur im geringsten vermissen würde, habe ich niemals gedacht. Aber an diesem Tag... wurde alles zerrissen und zerstört, sodass ich mir nichts sehnlicher wünschte als mein altes Leben wieder zu bekommen. Doch es war zu spät gewesen...

