Zamundorra
Maddox fuhr sich mit der klebrigen Zunge über seine spröden, von der Sonne ausgedörrten Lippen. Sein vor Durst gezeichnetes Gesicht war von der hoch am Himmel stehenden Sonne gerötet.
Wenn er auf diesem Planeten nicht bald Wasser finden würde, dann würden sich diese merkwürdigen Geschöpfe, die ihn seit kurzer Zeit verfolgten und aus sicherer Entfernung beobachteten, sicherlich angreifen.
Maddox schmerzte noch der Nacken, sein Kopf hatte beim Aufprall des Gleiters wohl auch etwas abbekommen, denn auch dort verspürte er ein heftiges Ziehen. Er nutzte die Situation zur Flucht, als eine heftige Explosion den Energieraum der Festung, in der er gerade arbeiten musste, erschütterte.
Gas, das plötzlich aus einer Turbine ausgetreten war, entzündete sich und ließ die Wände des Raumes erbeben. Gott sei dank hatte er sich in dem Moment der Explosion in einem im Boden befindlichen Revisionsschacht befunden.
Aus der Außenwand lösten sich einige Betonbrocken und so konnte er durch eine entstandene Öffnung hinausschlüpfen. Ohne auf die auf geschreckten und durcheinander laufenden Wachen zu achten, stürmte Maddox auf den Gleiter zu, mit dem ein ranghoher Kontrolleur der Elite-Polizei von der Erde einen Abstecher zur Festung getätigt hatte.
Er überwältigte den Piloten und da er selbst auch, bevor er verhaftet wurde, Pilot einer Eliteeinheit der Geheimpolizei gewesen war und diesen Flieger daher bereits kannte, konnte er ohne Umschweife starten. Leider wurde noch kein Treibstoff nachgetankt und er musste nach einem kurzen Flug in der Wüste notlanden.
Seit geraumer Zeit waren ihm diese geheimnisvollen Wesen nun auf den Fersen und wenn er nach ihnen schauen wollte, dann huschten diese irgendwo hin und waren verschwunden, als hätten sie sich in Luft aufgelöst.
In dem Gefängnis, in dem er unschuldig eingesessen hatte, erzählte man sich von kleinen Wesen, die eine gummiartige Gestalt besäßen und sich in jedwede Gestalt verformen könnten. Ihre langen und rasiermesserscharfen Zähne aber waren hart wie Stahl. Niemand wusste wirklich, wie sie aussahen, auch die Wärter nicht, die diese Festung nie verlassen durften. War es deren Atem, den er im Nacken spürte?
Maddox stolperte, vor Schwäche gezeichnet, mehr als er ging, durch diese fremde und felsige Landschaft von Zamundorra.
Es sah so aus, als wäre es aus mit ihm.
Axel Lechtenbörger, 06.03.2010
Teil 2
Ein Geräusch ließ Maddox aufschrecken. Er musste eine Weile ohne Besinnung im heißen Sand der Wüste gelegen haben. Er öffnete vorsichtig seine von Schweiß und Sand verklebten Augen. Aber mehr als neblige Schatten konnte er nicht erkennen. Es dauerte eine Weile, bis er sich wieder an alles erinnern konnte und begriff, in welcher Lage er sich befand.
Wieder war das Geräusch zu vernehmen, jetzt aber viel näher als vorher.
Sand fiel ihm ins Gesicht und in den nach Wasser lechzenden, ausgetrockneten Mund. Er spuckte den trockenen Sand wieder aus und rieb sich mit seinen Händen die Augen, aber das Ergebnis war, dass er noch weniger als zuvor sah. Tränen schossen hoch und alles brannte nun wie Feuer. Er drehte sich auf den Bauch und auf die Knie, klimperte mit den schmerzenden Augen und schüttelte den Sand von sich.
Etwas berührte seinen Rücken. Maddox hielt inne, ihm stockte der Atem.
Was befand sich da hinter ihm? Obwohl er sich fühlte, als würde er sich in einem Backofen befinden und gebraten werden, lief ihm ein kalter Schauer über den Rücken.
Axel Lechtenbörger 19.05.2010
Fortsetzung
"Das ist nur eine Halluzination! Ich bin immer noch im Gefängnis und die Wachen haben mir bei dieser Hitze noch nichts zu trinken gebracht! Das alles ist nicht echt!", versuchte er sich einzureden, doch er wusste, dass es nicht stimmte. Trotzdem hoffte er darauf, als er blinzelnd die Augen öffnete. Sand war unter ihm und nicht der kühlende Steinboden der Kerker, auch als Maddox den Kopf hob, sah er nicht die Felsenwände, die ihn eingesperrt und sogleich geschützt hatten. Erneut pochte etwas an seinem Rücken. Er traute sich nicht umzudrehen. Nein er KONNTE sich nicht umdrehen. Sein Körper versteifte sich, als lähme ihn ein langsam quälendes Gift. Maddox hielt den Atem an, doch nach wenigen Sekunden schon musste er den heißen Sandstaub wieder mit einem tiefen Atemzug einatmen. Wie auf ein Kommando drückte das Wesen einmal fest auf seinen Rücken und sprang. Maddox musste die Augen schließen, als der Sand aufwirbelte. Blind griff er nach dem Messer in seiner Tasche. Wenn er ohne Sicht kämpfen musste, musste er ohne Sicht kämpfen, doch aufgeben würde er nicht.
Schreiberjoghurt 11.Oktober 2010 21:45 Uhr
4. Fortsetzung, 18 Oktober 2010
Er wirbelte herum, gleichzeitig floss etwas Weiches wie Gummi von seinem Kopf herab, hüllte sein Gesicht ein und drang in seine Augen. Maddox erstarrte.
Eine Melodie ertönte in seinen Ohren. „Verdammt, was geht hier vor“, dachte er verwirrt. Er war nicht fähig, seine Augen zu öffnen, sie waren hoffnungslos verklebt.
„Wer bist du?“, rief er dem Angreifer panisch entgegen, war er ihm doch hilflos ausgeliefert.
Die Intensität und der Klang des unbekannten Liedes steigerte sich zu einem Stakkato, bis es abrupt endete und Maddox das Gefühl hatte, auf einem Präsentierteller zu stehen. Stocksteif blieb er stehen, er lauschte auf Geräusche, seine Atmung schien ausgesetzt zu haben. Das Herz klopfte ihm bis in den von der Sonne verbrannten Schädel.
Ein Geräusch ließ ihn erneut zusammenfahren: „Ssssssssschauuuuuuuuuuu!“
„Wer bist du“, fragte er erneut.
„Sssschauuuuuuu - ssschauu“, wurde ihm geantwortet.
Die gummiartige Masse lief an seinem verschwitzten Körper herab und tropfte weich zu Boden. Er blinzelte und konnte plötzlich wieder sehen; der Sand, der in seinen Augen klebte, wurde von diesem merkwürdigen Papp entfernt.
Maddox sah, wie sich vor ihm ein kleines, gummiartiges Wesen zu einem Ball zusammenfügte, dem dürre lange Arme und Beine hervor wuchsen. Ein breiter Mund grinste ihn an und eine Zahnreihe spitzer Zähne blitzte auf.
„Du Angssssst haben?“, hörte der ehemalige Polizist den merkwürdigen Gummiball sprechen.
„Du vor mir keine Angsssssst haben brauchen. Aber vor den anderen.“, zischelte dieser erneut.
Maddox glaubte zu träumen, als er von dem Wesen eine Wasserflasche gereicht bekam. Misstrauisch blickte er sein Gegenüber an. „Willst du mich vielleicht vergiften, damit ihr leichter über mich herfallen könnt?“
„Wenn du willsssst Leben, dann du trinken mussssssst“, entgegnete der Ball mit den dürren Beinen und Armen und schien dabei zu wachsen.
Maddox schluckte, als das Wesen sich so in die Höhe geschoben hatte, dass es ihm direkt in die Augen blicken konnte.
„Trink, wir müssssssssen ssssschleunigsssst verssssssschwinden. Der Platz hier issssst nicht gut“, zischelte die Stimme ihm zu.
„Wer bist du und warum willst du mir helfen?“, fragte der ehemalige Elite-Polizist erneut.
„Ich bin Gummossssssch, wobei er das „s“ immer nur zischeln konnte. Maddox sah verblüfft, wie der merkwürdige Gummosch sich in einen riesigen Ball verformte, auf dem eine Art Sattel ruhte.
„Ssssssssitz auf. Wir müsssssssen versssssschwinden!“
Er hatte keine andere Wahl, argwöhnisch schwang er seinen verkrampften Körper auf das seltsame Gummiding.
Axel Lechtenbörger


echt super Geschicht :)
Schön :) Ich schreib dann mal weiter......